Wie die Lampe zu Pixar kam

Jedes Kind kennt sie: Die kleine hüpfende Lampe, die uns die Animationsfilme von Pixar ankündigt. Doch woher kommt sie eigentlich? Sitzen bei Pixar in Kalifornien auch große Lampenfans, die diesem häufig vernachlässigten Einrichtungsgegenstand ein Denkmal setzten wollten? Aufgepasst liebe Mamis, Papis, Onkel oder Tanten! Hier kommt die wahre Geschichte über die kleine ballspielende Lampe.

Zur Einstimmung hier erst mal die Story: Eine kleine Lampe namens Luxo Jr. spielt wild mit einem kleinen Ball, schießt diesen hin und her und hüpft so lange auf ihm herum bis er schließlich platzt. Verdutzt und etwas beschämt schafft er den platten Ball zur Seite. Die größere Lampe Luxo hofft, es sei nun vorbei mit der Spielerei. Doch kurz darauf erscheint die kleinere Lampe mit einem neuen, noch viel größeren Ball.

Luxo Jr. kam 1986 an der Ostküste Kaliforniens auf die Welt (Lux ist übrigens das lateinische Wort für Licht). Die ganze Welt war begeistert von der kleinen drolligen Lampe. Nicht nur Kinder und Junggebliebene, auch Firmenchefs, Computerspezialisten und Filmmacher verliebten sich in Klein-Luxo, einen Meilenstein in der Geschichte der Computeranimation. Noch im selben Jahr wurde er für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert. Den Preis hat der Kurzfilm leider nicht bekommen, dafür aber unsere Herzen im Sturm erobert. Heute ist die putzige Lampe das einprägsame Firmensymbol der Pixar Animationsstudios.

Der Verlust der Nacht

Künstliches Licht ist wie Feuer eines der bedeutendsten Phänomene unserer Kulturgeschichte. Es ermöglicht uns den natürlichen Tag-Nacht-Gesetzen zu entfliehen und auch bei Dunkelheit zu sehen. Doch welche Auswirkungen hat das eigentlich auf unseren natürlichen Biorhythmus? Tickt unsere innere Uhr jetzt anders als vor 100 Jahren, als wir uns noch auf Sonne und Mond verlassen mussten?

Fakt ist: Licht hat einen großen Einfluss auf unser Zentrales Nervensystem, unsere Hormone und unseren gesamten Stoffwechsel. Das menschliche Befinden hängt stark von unserem Biorhythmus ab, der uns sagt, ob wir gerade munter sind oder lieber schlafen sollten. Verantwortlich dafür sind Reizempfänger in unseren Augen, die auf das vorhandene Licht reagieren. Bei kaltem Licht sorgen sie dafür, dass unser Körper das Aktivitätshormon Cortisol ausschüttet, welches uns wach und aufnahmebereit macht. Bei warmweißem Licht produzieren wir Melatonin, was uns entspannt und schläfrig macht. Die permanente Verfügbarkeit  von künstlichem Licht hat inzwischen bei vielen von uns den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus verschoben.

Während die Menschen früher fast ausschließlich am Tag aktiv waren, lassen wir heute vor dem Schlafen gehen vorsichtshalber die Jalousien runter, damit wie ja nicht zu früh von der Sonne geweckt werden. Abends schalten wir dann unsere Lampen an und ziehen von Bar zu Bar. Wir können uns nicht mehr auf unsere innere Uhr verlassen.

Ob wir das Verlust oder Bereicherung empfinden, müssen wir für uns selbst entscheiden. Wichtig ist, dass wir unser natürliches Ruhe- und Erholungsbedürfnis nicht vernachlässigen. Da sich dieses von Natur aus aber nun mal am besten nachts befriedigen lässt, sprechen Lichtforscher und Umweltschützer in diesem Zusammenhang auch von Lichtverschmutzung, da insbesondere in Großstädten durch den Einsatz von zu viel Kunstlicht durch Straßenbeleuchtung, Leuchtreklamen und Flutlichtanlagen die Nacht regelrecht zum Tag gemacht wird. Die Folgen sind oft Schlaflosigkeit oder Übermüdung, der Verlust der Wahrnehmung des natürlichen Sternenhimmels und ein gestiegener Energieverbrauch. Doch zum Glück beschleicht uns mit zunehmendem Alter nicht nur die Weisheit, sondern auch die Müdigkeit und wir gehen abends wieder früher ins Bett, stehen morgens zeitiger auf und schütteln den Kopf über unsere Kinder, die nach einer durchzechten Nacht bis mittags im Bett liegen. Wir sehen also, unsere innere Uhr tickt nur eine gewisse Phase in unserem Leben anders, letztendlich siegt jedoch unser natürlicher Biorhythmus über die einnehmenden Machenschaften der Lichtindustrie. ;)

Fußball-EM 2012 wird zum Lichtspektakel

Nach dem verpatzten Champions-League-Finale hoffen tausende Deutsche auf die diesjährige Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Tränen, Schmach und Verzweiflung sind dann hoffentlich vorbei und Deutschland startet zuversichtlich in ein neues Sommermärchen!

Highlights in Sachen Lichttechnik setzen die Gastgeber an der Fassade des Nationalstadions in Warschau, dem Wahrzeichen der EM. Ähnlich wie die Allianz Arena in München soll die Fassade als überdimensionaler Bildschirm fungieren und verschiedene Lichtmuster, Spielergebnisse, die Namen der Mannschaften und Torschützen nach draußen transportieren. Die einzelnen Segmente der korbartig geflochtenen Gebäudehülle wurden dafür mit dimmbaren LED-Leuchten bestückt.

Zusammen mit der Firma Osram setzt Warschau Highlights in Sachen Lichtgestaltung

Verantwortlich für diese einzigartigen Effekte ist das deutsche Markenunternehmen Osram. Der Lichttechnologiehersteller setzt auf maximale Flexibilität und Effekte bei einem minimalen Energie- und CO2-Einsatz. Über 100.000 verschiedene Leuchten verarbeitet Osram in vier der insgesamt acht Fußballstadien. Neben der Außenfassade müssen außerdem noch das Spielfeld selbst, die Eingangsbereiche, Zuschauertribünen, Innenräume und Mannschaftskabinen beleuchtet werden. Auch die erhöhten Anforderungen von Fernsehübertragungen in HD-Qualität müssen erfüllt werden ohne dabei die Zuschauer oder Spieler zu blenden. Damit bei diesem Mammutprojekt auch nichts schief geht, sind vor und während der EM viele fleißige Menschen mit dem Anbringen der Effektbeleuchtung beschäftigt. Wir sind gespannt, mit welchen Überraschungen uns die Lichtprofis, die zwei Gastgeberländer, die Fanartikelverkäufer, Medien, Fans und schließlich auch unsere Nationalelf diesen Sommer in Ekstase versetzen werden.