Leuchttürme – Sterne am Horizont

Es gibt sie bereits so lange wie die Seefahrt und um ihre Entstehungsgeschichte ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Bereits 1000 v. Chr. tauschte die Menschheit ihre Handelsgüter auf dem Seeweg. Die Leuchtfeuer sollten den Seefahrern als Navigationshilfe dienen und ihnen die den richtigen Weg leuchten, sie wieder nach Hause bringen und vor Untiefen warnen. Diese Funktionen übernehmen zwar längst funktechnische Navigationshilfen und GPS-Geräte, doch bei deren Wegfall werden die Leuchttürme an der Küste und im Meer auch heute noch zu lebensrettenden Konstruktionen.

Als erster Leuchtturm überhaupt gilt ein Turm auf der Insel Pharos im Nildelta. Das ehemalige Wahrzeichen Alexandrias wurde etwa 330 v. Chr. erbaut und gehört zu den sieben Weltwundern. Über einen Hohlspiegel soll das Licht gebündelt und angeblich so stark reflektiert worden sein, dass es noch am anderen Ende der Welt zu sehen war und sogar feindliche Schiffe in Brand setzen konnte. Solche Übertreibungen entstammen natürlich der menschlichen Phantasie, sind aber dennoch ein Zeichen dafür, welch imposante Erscheinung diese Bauwerke zu damaliger Zeit gewesen sein müssen.

Der etwa 120 m hohe Turm von Alexandria stand fast 1000 Jahre bis er bei einem Erdbeben einstürzte. Er wurde nach seinem Standort Pharos benannt. Dieser Ausdruck wurde später in alle romanischen Sprachen übernommen, so heißt Leuchtturm auf lateinisch pharus, auf Spanisch und italienisch faro, auf Portugiesisch farol und im französischen phare. Hoffen wir, dass uns diese sagenumwobenen, fast mystischen und dennoch romantischen Bauwerke wie auch die romanischen Sprachvarianten noch lange erhalten bleiben werden, damit wir uns während eines Spaziergangs an Ost- oder Nordsee oder wo auch immer auf dieser Welt weiterhin diese schauerlichen Geschichten erzählen können.

Wer mehr über Leuchttürme erfahren möchte, sollte mal unter dem Stichwort Pharologie nachschauen. Das ist nämlich die Wissenschaft vom Leuchtturm.

Wie die Lampe zu Pixar kam

Jedes Kind kennt sie: Die kleine hüpfende Lampe, die uns die Animationsfilme von Pixar ankündigt. Doch woher kommt sie eigentlich? Sitzen bei Pixar in Kalifornien auch große Lampenfans, die diesem häufig vernachlässigten Einrichtungsgegenstand ein Denkmal setzten wollten? Aufgepasst liebe Mamis, Papis, Onkel oder Tanten! Hier kommt die wahre Geschichte über die kleine ballspielende Lampe.

Zur Einstimmung hier erst mal die Story: Eine kleine Lampe namens Luxo Jr. spielt wild mit einem kleinen Ball, schießt diesen hin und her und hüpft so lange auf ihm herum bis er schließlich platzt. Verdutzt und etwas beschämt schafft er den platten Ball zur Seite. Die größere Lampe Luxo hofft, es sei nun vorbei mit der Spielerei. Doch kurz darauf erscheint die kleinere Lampe mit einem neuen, noch viel größeren Ball.

Luxo Jr. kam 1986 an der Ostküste Kaliforniens auf die Welt (Lux ist übrigens das lateinische Wort für Licht). Die ganze Welt war begeistert von der kleinen drolligen Lampe. Nicht nur Kinder und Junggebliebene, auch Firmenchefs, Computerspezialisten und Filmmacher verliebten sich in Klein-Luxo, einen Meilenstein in der Geschichte der Computeranimation. Noch im selben Jahr wurde er für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert. Den Preis hat der Kurzfilm leider nicht bekommen, dafür aber unsere Herzen im Sturm erobert. Heute ist die putzige Lampe das einprägsame Firmensymbol der Pixar Animationsstudios.

Der Verlust der Nacht

Künstliches Licht ist wie Feuer eines der bedeutendsten Phänomene unserer Kulturgeschichte. Es ermöglicht uns den natürlichen Tag-Nacht-Gesetzen zu entfliehen und auch bei Dunkelheit zu sehen. Doch welche Auswirkungen hat das eigentlich auf unseren natürlichen Biorhythmus? Tickt unsere innere Uhr jetzt anders als vor 100 Jahren, als wir uns noch auf Sonne und Mond verlassen mussten?

Fakt ist: Licht hat einen großen Einfluss auf unser Zentrales Nervensystem, unsere Hormone und unseren gesamten Stoffwechsel. Das menschliche Befinden hängt stark von unserem Biorhythmus ab, der uns sagt, ob wir gerade munter sind oder lieber schlafen sollten. Verantwortlich dafür sind Reizempfänger in unseren Augen, die auf das vorhandene Licht reagieren. Bei kaltem Licht sorgen sie dafür, dass unser Körper das Aktivitätshormon Cortisol ausschüttet, welches uns wach und aufnahmebereit macht. Bei warmweißem Licht produzieren wir Melatonin, was uns entspannt und schläfrig macht. Die permanente Verfügbarkeit  von künstlichem Licht hat inzwischen bei vielen von uns den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus verschoben.

Während die Menschen früher fast ausschließlich am Tag aktiv waren, lassen wir heute vor dem Schlafen gehen vorsichtshalber die Jalousien runter, damit wie ja nicht zu früh von der Sonne geweckt werden. Abends schalten wir dann unsere Lampen an und ziehen von Bar zu Bar. Wir können uns nicht mehr auf unsere innere Uhr verlassen.

Ob wir das Verlust oder Bereicherung empfinden, müssen wir für uns selbst entscheiden. Wichtig ist, dass wir unser natürliches Ruhe- und Erholungsbedürfnis nicht vernachlässigen. Da sich dieses von Natur aus aber nun mal am besten nachts befriedigen lässt, sprechen Lichtforscher und Umweltschützer in diesem Zusammenhang auch von Lichtverschmutzung, da insbesondere in Großstädten durch den Einsatz von zu viel Kunstlicht durch Straßenbeleuchtung, Leuchtreklamen und Flutlichtanlagen die Nacht regelrecht zum Tag gemacht wird. Die Folgen sind oft Schlaflosigkeit oder Übermüdung, der Verlust der Wahrnehmung des natürlichen Sternenhimmels und ein gestiegener Energieverbrauch. Doch zum Glück beschleicht uns mit zunehmendem Alter nicht nur die Weisheit, sondern auch die Müdigkeit und wir gehen abends wieder früher ins Bett, stehen morgens zeitiger auf und schütteln den Kopf über unsere Kinder, die nach einer durchzechten Nacht bis mittags im Bett liegen. Wir sehen also, unsere innere Uhr tickt nur eine gewisse Phase in unserem Leben anders, letztendlich siegt jedoch unser natürlicher Biorhythmus über die einnehmenden Machenschaften der Lichtindustrie. ;)