Die Font Magica – Tanzende Licht- und Wasserspiele im Herzen Kataloniens

Um dem bisher eher enttäuschenden deutschen Sommer zu entfliehen, haben mein Freund und ich uns ein paar wohlverdiente Tage Großstadtfeeling inklusive der drei großen „S“ (Shopping, Sonne und Strand) in Barcelona, der heimlichen Hauptstadt Spaniens, gegönnt. Die Idee war schon mal spitze: Wir hatten eine Woche Sonne, in Deutschland gab es eine Woche Regen. ;-)

Wie ein lodernder Hexenkessel erscheint hier das Zusammenspiel von Licht und Wasser.

Natürlich konnte ich auch hier meiner Leidenschaft zu Licht und Farbe frönen. Nach einem anstrengenden Sightseeing-Programm (Barcelona ist nichts für Erholungsjunkies und Lauffaule) fielen mein Freund und ich mit qualmenden Füßen müde ins Bett. Da es Sonntag war, das heißt der letzte Tag vor unserer Abreise, an dem die Font Magica die Touristen mit ihren wasserspeienden, bunten und klangvollen Fontänen in Entzücken versetzt, mussten wir natürlich nochmal los, um uns dieses Spektakel ebenfalls anzusehen. Pünktlich zur letzten Vorstellung um 23 Uhr waren wir da.

Am Fuße des Berges Montjuic angekommen, befinden wir uns an einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Barcelonas: Die Font Magica. Sie wurden 1929 vom Ingenieur Carles Buigas erbaut und verzaubert ihre Betrachter mit mehr als 4000 Lichtern in vielen bunten Farben: Da verwandelt sich ein helles Weiß über sonnenblumengelb in feuerrot, was den Brunnen wie einen lodernden Hexenkessel erscheinen lässt– eben echt magisch.

Eine halbe Stunde später haben Freddie Mercury und die spanische Opernsängerin Montserrat Caballé ihre Liebe für Barcelona musikalisch zum Ausdruck gebracht, die letzte Touristen ihre begeisterten Ah- und Oh-Rufe beendet, die netten Straßenverkäufer ihr Andenken zusammen gepackt und alle Fotos gemacht. Nun mussten wir nur noch ein Restaurant für den letzten Mitternachtsimbiss finden und der Abend war perfekt.

Wie die Lampe zu Pixar kam

Jedes Kind kennt sie: Die kleine hüpfende Lampe, die uns die Animationsfilme von Pixar ankündigt. Doch woher kommt sie eigentlich? Sitzen bei Pixar in Kalifornien auch große Lampenfans, die diesem häufig vernachlässigten Einrichtungsgegenstand ein Denkmal setzten wollten? Aufgepasst liebe Mamis, Papis, Onkel oder Tanten! Hier kommt die wahre Geschichte über die kleine ballspielende Lampe.

Zur Einstimmung hier erst mal die Story: Eine kleine Lampe namens Luxo Jr. spielt wild mit einem kleinen Ball, schießt diesen hin und her und hüpft so lange auf ihm herum bis er schließlich platzt. Verdutzt und etwas beschämt schafft er den platten Ball zur Seite. Die größere Lampe Luxo hofft, es sei nun vorbei mit der Spielerei. Doch kurz darauf erscheint die kleinere Lampe mit einem neuen, noch viel größeren Ball.

Luxo Jr. kam 1986 an der Ostküste Kaliforniens auf die Welt (Lux ist übrigens das lateinische Wort für Licht). Die ganze Welt war begeistert von der kleinen drolligen Lampe. Nicht nur Kinder und Junggebliebene, auch Firmenchefs, Computerspezialisten und Filmmacher verliebten sich in Klein-Luxo, einen Meilenstein in der Geschichte der Computeranimation. Noch im selben Jahr wurde er für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert. Den Preis hat der Kurzfilm leider nicht bekommen, dafür aber unsere Herzen im Sturm erobert. Heute ist die putzige Lampe das einprägsame Firmensymbol der Pixar Animationsstudios.

Der Verlust der Nacht

Künstliches Licht ist wie Feuer eines der bedeutendsten Phänomene unserer Kulturgeschichte. Es ermöglicht uns den natürlichen Tag-Nacht-Gesetzen zu entfliehen und auch bei Dunkelheit zu sehen. Doch welche Auswirkungen hat das eigentlich auf unseren natürlichen Biorhythmus? Tickt unsere innere Uhr jetzt anders als vor 100 Jahren, als wir uns noch auf Sonne und Mond verlassen mussten?

Fakt ist: Licht hat einen großen Einfluss auf unser Zentrales Nervensystem, unsere Hormone und unseren gesamten Stoffwechsel. Das menschliche Befinden hängt stark von unserem Biorhythmus ab, der uns sagt, ob wir gerade munter sind oder lieber schlafen sollten. Verantwortlich dafür sind Reizempfänger in unseren Augen, die auf das vorhandene Licht reagieren. Bei kaltem Licht sorgen sie dafür, dass unser Körper das Aktivitätshormon Cortisol ausschüttet, welches uns wach und aufnahmebereit macht. Bei warmweißem Licht produzieren wir Melatonin, was uns entspannt und schläfrig macht. Die permanente Verfügbarkeit  von künstlichem Licht hat inzwischen bei vielen von uns den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus verschoben.

Während die Menschen früher fast ausschließlich am Tag aktiv waren, lassen wir heute vor dem Schlafen gehen vorsichtshalber die Jalousien runter, damit wie ja nicht zu früh von der Sonne geweckt werden. Abends schalten wir dann unsere Lampen an und ziehen von Bar zu Bar. Wir können uns nicht mehr auf unsere innere Uhr verlassen.

Ob wir das Verlust oder Bereicherung empfinden, müssen wir für uns selbst entscheiden. Wichtig ist, dass wir unser natürliches Ruhe- und Erholungsbedürfnis nicht vernachlässigen. Da sich dieses von Natur aus aber nun mal am besten nachts befriedigen lässt, sprechen Lichtforscher und Umweltschützer in diesem Zusammenhang auch von Lichtverschmutzung, da insbesondere in Großstädten durch den Einsatz von zu viel Kunstlicht durch Straßenbeleuchtung, Leuchtreklamen und Flutlichtanlagen die Nacht regelrecht zum Tag gemacht wird. Die Folgen sind oft Schlaflosigkeit oder Übermüdung, der Verlust der Wahrnehmung des natürlichen Sternenhimmels und ein gestiegener Energieverbrauch. Doch zum Glück beschleicht uns mit zunehmendem Alter nicht nur die Weisheit, sondern auch die Müdigkeit und wir gehen abends wieder früher ins Bett, stehen morgens zeitiger auf und schütteln den Kopf über unsere Kinder, die nach einer durchzechten Nacht bis mittags im Bett liegen. Wir sehen also, unsere innere Uhr tickt nur eine gewisse Phase in unserem Leben anders, letztendlich siegt jedoch unser natürlicher Biorhythmus über die einnehmenden Machenschaften der Lichtindustrie. ;)